Open Source Media Center (OSMC) auf Raspberry Pi mit VPN

Diese Anleitung beschreibt, wie man das Open Source Media Center (OSMC) auf einem Raspberry Pi installiert und dabei alle Verbindungen über einen VPN-Server aufbaut. Das sollte auf allen Raspberry Pis mit Netzwerk-Unterstützung funktionieren. Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, empfehlen wir einen Raspberry 1 Model B+ oder Raspberry 2 Model B. Wir benutzen PPTP-VPN aus Performance-Gründen. Zwar bietet PPTP nur schwache Verschlüsselung aber das sollte für Videostreams keine Rolle spielen. Es ist allerdings auch möglich, OpenVPN zu verwenden; das kann allerdings zu Problemen mit einigen Full-HD-Streams führen.

OSMC-Installation

Für die Einrichtung des Systems benötigen Sie eine FAT32-formatierte MicroSD-Karte. Wir empfehlen, eine Karte mit mindestens 16 Gigabyte zu verwenden. Um die SD-Karte zu formatieren, können Sie den SD Formatter für Windows und für MacOS benutzen. Unter Linux verwenden Sie gparted oder parted.

Mounten Sie die MicroSD-Karte auf Ihrem Rechner und laden Sie den OSMC Installer herunter (verfügbar für Windows, MacOS und Linux). Starten Sie die Installation und wählen Sie Ihre Sprache und die Version Ihres Raspberry Pis aus.

Gehen Sie durch die einzelnen Schritte des Installers. Wählen Sie die aktuellste OSMC-Version und klicken Sie auf „SD Card“ als Ziel für die Installation. Für die Netzwerkverbindung wählen Sie „wired“ aus und anschließend klicken Sie auf den Laufwerksbuchstaben, der die SD-Karte repräsentiert. Nachdem Sie die Lizanzvereinbarung akzeptiert haben, wird das Installations-Image auf die Karte geschrieben. Dies kann einige Minuten dauern.

Nachdem der Schreibvorgang abgeschlossen ist, entfernen Sie die SD-Karte. Verbinden Sie Keyboard und Monitor mit Ihren Raspberry Pi, stecken Sie die SD-Karte ein und verbinden Sie die Stromversorgung, um das Gerät zu booten.

Jetzt wird das Basissystem installiert, dieser Prozess dauert einige Minuten. Nach Abschluss sollten Sie das OSMC-Hauptmenü sehen, wie links abgebildet.

Die Konfiguration ist noch nicht ganz abgeschlossen. Warten Sie einige Sekunden und Sie kommen zu den letzen Schritten der OSMC-Einstellungen: Wählen Sie Ihre Sprache, Zeitzone und einen Hostnamen für Ihren Raspberry Pi (Der Default ist „osmc“). Im nächsten Screen lassen Sie den SSH-Dienst aktiv (dieser wird gleich gebraucht, um das VPN einzurichten) und akzeptieren Sie die Lizenzvereinbarung. Schließlich wählen Sie ein Theme für OSMC aus („OSMC“ oder „Classic“, in dieser Anleitung verwenden wir OSMC) und die Konfiguration ist abgeschlossen.

Um die lokale IP-Adresse des Raspberry Pis herauszufinden, gehen Sie im Hauptmenü auf System -> System Info -> Network.

Sie können sich nun mit SSH auf Ihrem Raspberry Pi auf Port 22 und der angezeigten IP einloggen. Nutzername und Passwort sind jeweils osmc.

Unter Windows können Sie dafür PuTTY verwenden.

Configuring PPTP VPN

Nach dem ersten SSH-Login wird zunächst der APT-Cache aktualisiert. Dies kann einige Minuten dauern. Wenn das abgeschlossen ist, geben Sie das folgende Kommando ein, um den PPTP-Client zu installieren:

sudo apt-get install pptp-linux
pty "pptp chicago.perfect-privacy.com --nolaunchpppd --debug"
name $USERNAME
password $PASSWORD
remotename PPTP
require-mppe-128
require-mschap-v2
refuse-eap
refuse-pap
refuse-chap
refuse-mschap
noauth
debug
persist
maxfail 0
defaultroute
replacedefaultroute
usepeerdns

Anschließend erstellen Sie eine PPTP-Konfiguration für den Server-Standort den Sie nutzen wollen. In dieser Anleitung erstellen wir eine Konfiguration für chicago.perfect-privacy.com indem wir die Datei chicago erstellen:

sudo vi /etc/ppp/peers/chicago

Kopieren Sie den Inhalt der Konfiguration links in die Datei. Ersetzen Sie $USERNAME und $PASSWORD durch Ihre Perfect-Privacy-Zugangsdaten.

Überprüfen Sie, dass die VPN-Verbindung funktioniert, indem Sie folgenden Befehl eingeben:

sudo pon chicago

Sie können eine Traceroute zu Google (oder jedem anderen Host) durchführen, um sicherzustellen, dass der Traffic tatsächlich über Chicago geroutet wird.

#! /bin/sh

case "$1" in
  start)
    pon chicago
    echo "PPTP Started"
    ;;
  stop)
    poff chicago
    echo "PPTP Stopped."
    ;;
  *)
    echo "Usage: /etc/init.d/blah {start|stop}"
    exit 1
    ;;
esac

exit 0

Um die VPN-Verbindung automatisch beim Starten des Systems aufzubauen, erstellen Sie ein init.d script wie links angezeigt. Sie können sich einen beliebigen Namen für die Datei wählen, wir verwenden hier pptpvpn.

sudo vi /etc/init.d/pptpvpn

Um den VPN-Client beim Booten hochzufahren, geben Sie folgende Befehle ein:

sudo chmod +x /etc/init.d/pptpvpn
sudo update-rc.d pptpvpn defaults

Rebooten Sie das Gerät, die VPN-Konfiguration ist nun abgeschlossen. Sie können nun Video-Streams hinzufügen.

Gehen Sie dazu im Hauptmenü auf Videos -> Video add-ons -> Get more…

OSMC bringt mehrere hundert vorkonfigurierte Streams mit und Sie können weitere aus externen Quellen hinzufügen. Um einen Stream abzuspielen, müssen Sie diesen zunächst einmalig installieren. Wählen Sie dazu den gewünschten Stream aus und drücken Sie die Eingabetaste.

Es werden generelle Informationen zum Stream angezeigt. Fügen Sie ihn hinzu, indem Sie „Install“ auswählen. Der Stream ist anschließend unter „Videos“ im Hauptmenü verfügbar.

Wenn Sie den neu installierten Stream unter Videos auswählen, werden je nach Stream unterschiedliche Optionen angezeigt. Im Falle von TED-Talks können Sie beispielsweise die populärsten Talks ansehen oder einfach den neuesten Talk abspielen.

Sie können beliebig viele Video Add-Ons installieren.

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